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Wilhelm Meisters Lehrjahre 3

Wilhelm Meisters Lehrjahre 3
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel
Drittes Kapitel
Viertes Kapitel
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Neuntes Kapitel
Zehntes Kapitel
Elftes Kapitel
Zwölftes Kapitel


Sündwert
 
 

Erstes Kapitel 

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
 
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
 
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
 
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
 
Kennst du es wohl?
 
 
 
Dahin! Dahin
 
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!
 
 
 
Kennst du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach,
 
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
 
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
 
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
 
Kennst du es wohl?
 
 
 
Dahin! Dahin
 
Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!
 
 
 
Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
 
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,
 
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,
 
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut:
 
Kennst du ihn wohl?
 
 
 
Dahin! Dahin
 
Geht unser Weg; o Vater, laß uns ziehn!
 
 
 
Als Wilhelm des Morgens sich nach Mignon im Hause umsah, fand er sie nicht, hörte aber, daß sie früh mit Melina ausgegangen sei, welcher sich, um die Garderobe und die übrigen Theatergerätschaften zu übernehmen, beizeiten aufgemacht hatte.
 
 
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